Neujahrsbote 2018

Neujahrsbote für Glarus Süd

53. Jahrgang

2018

Günther Tschanun schiesst 1986 an seinem Arbeitsplatz im Zürcher Hochbauamt auf fünf Menschen –
vier davon sterben. Der 43-Jährige ertrug den Druck am Arbeitsplatz nicht mehr.
Nach einer Flucht durch die Schweiz bis nach Frankreich wird er schlussendlich vom Glarner
Heiri Schiesser, der damals die Ermittlungen bei der Stadtpolizei Zürich im Fall Tschanun leitete, gefasst.
Erstmals öffnet der ehemalige Polizist den Original-Polizeibericht.

(Original-Fahndungsplakat, Privatbesitz Heiri Schiesser)



 

Inhalt Autoren
Die Akte Günther Tschanun Tina Wintle
Conrad Blumers Reise um die Welt Madeleine Weiss Priyambodo
Das Talent einer späten Rückkehrerin Linda E. Schiesser

 

Vorwort

Im Frühling 1986 sorgte der Chef der Stadtzürcher Baupolizei, Günther Tschanun schweizweit für Aufsehen, als er mit acht Kugeln vier Menschen erschoss und einen fünften schwer verletzte. Nach der Tat flüchtete er nach Frankreich und wurde dort in einer kleinen Pension verhaftet, von einem Polizisten einer Spezialeinheit der Zürcher Stadtpolizei, der sich seit Wochen mit ihm und seinen Opfern befasst und seine Tat bis ins Detail studiert hatte – der Glarner Heiri Schiesser. Über 30 Jahre nach der Tat öffnet Verfasser Heiri Schiesser erstmals seinen damaligen Original-Polizeibericht und erklärt der Autorin Tina Wintle, wie Zürich damals tickte und wie es zu dem Amoklauf kam, der die Schweiz schockierte.

Rund 180 Jahre zurück geht Madeleine Weiss Priyambodo mit der detailreichen Beschreibung von Conrad Blumers Reise um die Welt, die im Frühling 1840 begann und schliesslich dazu führte, dass Batik-Imitationen aus Schwanden erfolgreich ins heutige Indonesien exportiert wurden. Die Autorin fühlt sich mit dem Glarnerland verbunden, weil sie als Jugendliche ihre Skiferien jeweils in Elm und Matt verbrachte. 1986 als Bauerntochter in der Schweiz geboren, ist sie mit einem Indonesier verheiratet und arbeitet als Journalistin für verschiedene Medien. Sie hat mit ihrem Mann und den gemeinsamen Kindern während mehrerer Jahre auf Java gelebt und kennt Land und Leute. Sie spricht fliessend indonesisch, was sich bei den Recherechen für diesen Bericht im Neujahrsboten als grosser Vorteil erwiesen hat und ihr einen anderen, indonesischen Zugang zu den bereits dokumentierten Reisen des Glarners gab.

Nicht von Glarus Süd in die weite Welt hinaus, sondern von dort, genau genommen von New Glarus in den Vereinigten Staaten nach Schwändi geht es in der Biographie von Linda E. Schiesser über ihre Mutter Elda Schiesser. Als sie 67 Jahre alt war, kaufte Elda Schiesser während eines Museumsbesuches in Zürich ein Einführungshandbuch über Scherenschnitte und wurde eine erfolgreiche Scherenschnittkünstlerin, deren Werke nicht nur im Schweizerischen Landesmuseum, sondern auch im Weissen Haus in Washington zu sehen waren.

Auch in der 53. Ausgabe des Neujahrsboten bilden die Chroniken zu den einzelnen Dörfern in Glarus Süd und zum Urnerboden das Herzstück. Seit 22 Jahren arbeite ich in Bern und gehe jeden Tag am Bundeshaus mit dem Parlamentsgebäude vorbei, aber erst im vergangenen Sommer ist mir aufgefallen, dass an der Nordfassade des Bundeshauses die Chronisten des Neujahrsboten ein Denkmal haben: Die beiden Bronzefiguren von Maurice Hippolyte Reymond, neben den grossen Eingangsportalen, stellen links den Geschichtsschreiber der Vergangenheit (versinnbildlicht die ehemaligen Chronisten) und rechts den Geschichtsschreiber der Gegenwart (versinnbildlicht die amtierenden Chronisten). Sorry, geschätzte Chronistinnen, Frauen treten an der Nordfassade des Bundeshauses, das in den Jahren 1894 bis 1902 unter der Leitung des Architekten Hans Wilhelm Auer, St.Gallen von 173 Firmen und 33 Künstlern aus der Schweiz erstellt wurde, nicht in Erscheinung, dafür aber als Sta­tuengruppe auf dem Giebel: Stehend in der Mitte, die politische Unabhängigkeit, daneben sitzend links die Exekutive und rechts die Legislative.
Der Dank des Stiftungsrates Neujahrsbote für Glarus Süd geht aber nicht nur an die gegenwärtigen Chronistinnen und Chronisten und Autorinnen dieser Ausgabe, sondern auch an alle, die uns finanziell unterstützen oder eine finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt haben: die Gemeinde Glarus Süd, die Linthkraftstiftung, die Glarner Regionalbank, die Schätti AG in Schwanden sowie weitere ungenannt sein wollende Gönner und Unterstützer und schliesslich auch an alle Abonnenten und besonders auch an diejenigen, die jeweils den Rechnungsbetrag grosszügig aufrunden.
Herzlichen Dank!

Stiftungsrats-Präsident Petsch Marti


 

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